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Ausschüsse und Komitees

Eine Bekannte in den USA las, dass Präsident Obama ein “Atrocities Prevention Board” (Gräueltaten-Verhinderungs-Ausschuss) einrichtet, hatte nur folgende Worte dafür:

Ein Kamel ist ein Pferd, das von einem Komitee designt wurde.

Jeder “Macher” weiß, dass man, wenn man etwas verlangsamen will oder verhindern, dass es geschieht, einen Ausschuss oder ein Komitee bilden muss.

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„Earth Hour“

„Die teilnehmenden Gastwirte wollen zeigen, dass man auch ganz ohne Küchenelektronik und Strom etwas Besonderes herstellen kann.“

Das ist doch herzallerliebst. Wenn das so toll ist und so beweiskräftig, warum machen die das nicht immer so? Ach ja, dann könnten sie ihren Laden wohl dicht machen, denn er würde sich nicht mehr lohnen, oder?

Man fragt sich wirklich, was das ganze Spektakel soll. Es ist nicht auf Dauer praktikabel, wenn es so toll wäre, wie behauptet wird, dann würden sie das immer machen. Und DAS wäre dann effektiv. Nicht der einmalige Bohei von 60 Minuten Dauer!

Pressemitteilung der Stadt Leverkusen von Donnerstag, 22. März 2012

Leverkusener genießen ohne Licht

Restaurants, das Schloss Morsbroich und der Wasserturm schalten das Licht aus! Am Samstag, den 31. März, um 20.30 Uhr schalten in Leverkusen das Schloss Morsbroich, der EVL Wasserturm und die Restaurants “FachWerk”, das “Haus am Park”, “Schloss Morsbroich” und die “Olive” die Lichter aus. Sie nehmen an der Earth Hour teil, einer weltweiten Aktion für den Klimaschutz.

Die Restaurants lassen ihre Gäste nicht nur bei Kerzenlicht speisen. Für den besonderen Anlass bieten sie außerdem Köstlichkeiten mit Zutaten aus der Region an. “Denn Klimaschutz hat viel mit unserer Ernährung zu tun”, erklärt Ute Rommeswinkel, vom NaturGut Ophoven, die die Aktion in Leverkusen organisiert. “Fast ein Fünftel der deutschen CO2-Emissionen verursachen wir durch unsere Essgewohnheiten.”

Tierische Lebensmittel beispielsweise erzeugen 40 Prozent dieser ernährungsbedingten Treibhausgase - pflanzliche nur 8 Prozent. Obst und Gemüse, das außerhalb der Saison wächst, müsse in beheizten Treibhäusern angebaut oder aus anderen Ländern transportiert werden und verursache entsprechend hohe CO2-Emissionen. Regionale und saisonale Waren haben daher eine deutlich bessere Klimabilanz.

Die teilnehmenden Gastwirte wollen zeigen, dass man auch ganz ohne Küchenelektronik und Strom etwas Besonderes herstellen kann.

Im “FachWerk” in Bergisch Neukirchen wird erstmals das Brot in einem über 100 Jahre alten Steinofen zubereitet und es gibt eine besondere Karte mit regionalen Produkten.

In der Olive gibt es zum Candlelight-Dinner ein musikalisches Rahmenprogramm mit der Gitarristin Marion Preus. Es werden drei klimafreundliche Gerichte angeboten. Iris Merkel von der “Olive”: “Wir haben auch schon im letzten Jahr an der Earth Hour teilgenommen. Die Gäste waren begeistert und wir sind jetzt sogar schon ausgebucht.”

Friederike Wigers von der “Olive” ergänzt: “Wir haben dazu aufgerufen, dass möglichst viele Bekannte, Freunde und Gäste sich auch zu Hause an der Earth Hour am 31.3. beteiligen, denn man kann ja auch zu Hause Freunde oder Verwandte zu einem klimafreundlichen Abendessen bei Kerzenschein einladen.”

Auch die Stadt Leverkusen und die EVL beteiligen sich an der Earth Hour. Sie schalten den Wasserturm und das Schloss Morsbroich aus, um die Aktion symbolisch zu unterstützen.

Regina Steuernagel von der EVL: “Wir wollen den Bürgern zeigen, dass uns der Klimaschutz wichtig ist. Der Wasserturm bietet sich als Wahrzeichen von Leverkusen besonders gut an ein symbolisches Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.”

Restaurants, die sich an der Earth Hour beteiligen

Restaurant Olive, Opladener Platz 1, 51379 Leverkusen-Opladen, 02171/3405646

Restaurant Schloss Morsbroich, Gustav Heinemann Str. 80, 51377 Leverkusen-Manfort, 0214/4039058

Restaurant FachWerk, Burscheider Str. 106a, 51381 Leverkusen-Bergisch Neukirchen, 02171/33232

Haus am Park, Bismarckstraße 186, 51373 Leverkusen-Bürrig, 0214/49788

Hintergrund zur weltweiten “Earth Hour”

In diesem Jahr findet die Earth Hour zum sechsten Mal statt. Organisiert wird die weltweite Kampagne vom WWF (World Wild Life Fund) www.earthhour2012.de.

Die Earth Hour begann 2007 in Sydney. Inzwischen ist die Earth Hour eine globale Bewegung und jedes Jahr machen mehr Menschen mit.

In über 100 Ländern werden für eine Stunde die Lichter an und in öffentlichen und privaten Gebäuden ausgeschaltet, um mehr Klimaschutz zu fordern. Berühmte Gebäude wie der Eiffelturm in Paris, der Big Ben in London oder das Empire State Building in New York tauchen in Dunkelheit. In Deutschland nehmen in diesem Jahr bereits 75 Städte wie Köln, Dresden oder Münster und Leverkusen an der Kampagne teil.

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Willkür made by DFB

Tobias Kaufmann

Stellen Sie sich vor, Sie sind einkaufen. Sie greifen in ein Regal, nehmen etwas heraus, legen es wieder zurück und stecken gleichzeitig die andere Hand in ihre Jackentasche. Plötzlich steht der Kaufhausdetektiv vor Ihnen. Er nimmt Ihre Personalien auf und wirft Sie trotz Ihrer Proteste aus dem Laden, weil Sie ein Produkt in Diebstahlabsicht in Ihre Tasche gesteckt hätten. Zwei Tage später haben Sie Post vom Amtsgericht.
In dem Schreiben wird nicht geleugnet, dass die Kamera-Aufzeichnungen aus dem Laden Sie entlasten. Sie hatten nichts in Ihre Tasche gesteckt außer Ihrer Hand und deshalb wurde Ihnen auch die Diebstahlabsicht zu Unrecht unterstellt. Dennoch verfügt das Amtsgericht eine Geldstrafe. Begründung: Sie von allem freizusprechen, würde die Autorität des Kaufhausdetektivs untergraben. Außerdem waren Sie ja nun mal an diesem Regal, und da hatten Sie nichts zu suchen (sonst hätten Sie ja etwas gekauft). Absurd? Von wegen. In der Fußball-Bundesliga ist das ganz normal.

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Popelei statt Polizei

Das ist so irre, dass es vielleicht wirklich nur in Deutschland passieren kann. Diese Polizeibeamten haben offenbar ein Ordnungsverständnis, das nur aus dem Kaiserreich stammen kann.
Man fragt sich, wie eine solche Polizei bei anderen Gelegenheiten “de-eskalieren” will!

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Es lebe die Freiheit

Je lauter Joachim Gauck die Freiheit predigt, desto ungehaltener reagiert das linke Deutschland. Freiheit scheint dort in etwa so populär Jazz auf dem Mond. Linke wünschen sich einen Bundespräsidenten lieber als Gleichheitsapostel, Gerechtigkeitsprophet, Integrationsmissionar oder Emanzipationsguru. Als Freiheitskämpfer ist er ihnen verpönt. Denn sie schätzen Freiheit in etwa so wie Luft – als selbstverständliches Nichts. Wahrscheinlich ist das auch der tiefere Grund, warum linke Weltanschauungen seit Jahren an Attraktivität verliert. Denn alleine, dass die deutsche Jugend massenhaft radikalliberale Piraten wählt, ist nichts als ein Ruf nach Freiheit im Bevormundungsstaat.

Vom Internetkontrollsystem Acta bis zum Glühbirnenbefehl, von der Mülltrennung bis zum ARD-ZDF-Gebühren-Zwang reicht die Alltagserfahrung in einem Staat, der zusehends auftritt wie ein Ober-Sheriff. Alleine die Verkehrsüberwachung ist ein Repressionssymptom: 20 Millionen Straßenschilder prägen Deutschland, alle 28 Meter steht eines, mit jedem Atemzug wird jemand geblitzt, mit jedem Wimpernschlag gibt es ein Strafzettel wegen Falschparkens, 9 Millionen Bürger haben inzwischen Punkte in Flensburg, der Staat drangsaliert mit seinen in Büschen kauernden Polizisten brave Muttis auf Ausfallstraßen und macht damit ein dreistes Milliardengeschäft.

Selbst wenn wir bürokratisch schon halb ersticken, leisten wir uns lieber einen Ordnungshüter, eine Regulierungs- und eine Aufsichtsbehörde mehr. Von der Eröffnung eines Bankkontos bis zur Krankenkassenmitgliedschaft wird das Leben zum Juraseminar. Das Paternalisten-Repertoire macht weder beim E10-Benzin-Befehl noch beim Rauchverbot halt, es erzwingt selbst das nervende Alarmpiepsen im Auto, wenn man seinen Gurt nicht gleich anlegt. Der Konformismus des Guten duldet nicht einmal die kleine Freiheit.

Es dämmert damit eine Tugendrepublik herauf, in der Hohepriester des Gutmenschentums uns mit ihren Geboten umstellen: Du sollst kein Fleisch essen und kein Kaminfeuer anzünden, du sollst nicht Glücksspielen (es sei denn bei staatlichen Lottogesellschaften), du sollst nicht nach Leistung beschäftigen, sondern nach Geschlecht und Herkunft. Mit Quoten und Verboten kommen sie daher, die Verbraucher- und Familienschützer, die Gleichstellungsbeauftragten und Integrationsberater. Sie tragen Menschen teure Bildungspakete hinterher, die gar keine haben wollen, denn sie wissen alles besser. Sie sind Profiteure des Freiheitsentzugs, jene Armutsbekämpfer, Präventionsräte und Klimaretter, Lobbyisten der Gewissheitsindustrie, die ihr Geschäft mit der Besserwisserei so verfolgen, dass sie ihre Nachfrage mit Problemstudien immer selbst erzeugen. Ihre Absicht, das Land in eine gigantische Besserungsanstalt zu verwandeln, folgt einer ganz eigenen Logik, denn dann haben sie als Besserungs-Pädagogen ihr Auskommen.

Jede einzelne Steuererklärung in Deutschland ist ein Beweis für Gaucks These vom Freiheitsdefizit. Deutsche Finanzämter sind Tempel der Bürokratievergötterung, sie huldigen 33.000 (!) Steuerparagrafen, Steuererklärungen können wir gar nicht mehr alleine abgeben, wir brauchen dazu 100.000 Steuerberater, noch einmal so viele Steuerbeamte und wir verschwenden Tag für Tag die Intelligenz einer Kulturnation mit dem erniedrigenden Aufarbeiten von Abschreibungen, Freibeträgen und Bemessungsgrenzen. Kein Mensch blickt mehr durch, und ein dunkler Nebel des Misstrauens legt sich über unsere Steuerbehörden – Zigtausende von Rechtsverfahren sind anhängig, millionenfache Sachverständigenstunden von Juristen sind gefordert in einer absurden Welt, die ihren Sachverstand längst verloren hat. Und die Antwort des Staates darauf: Die Schaffung neuer Aufsichten für einen Bürokratieabbau, der nie kommt.

Ob man Berliner Internet-Hippie oder schwäbischer Mittelständler ist - in Wahrheit formuliert Gauck mit seinem unbequemen Ruf nach mehr Freiheit genau das avantgardistische Programm, das die Republik so dringend braucht.

Zuerst erschienen auf Handelsblatt online, 02.03.2012

(Quelle: achgut.com)

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Yogeshwars Blackout

Von Rainer Schulze

Wie „Quarks & Co“ die Deutschen politisch korrekt auf Stromausfälle vorbereitet

„Blackout Deutschland - die Revolution im Stromnetz“ lautete der Titel der „Quarks & Co“-Sendung am Abend des 17. Januar auf WDR.
Interessant. Sollte es mittlerweile auch zu den Öffentlich-Rechtlichen durchgedrungen sein, dass die sogenannte Energiewende mit Nebenwirkungen verbunden sein könnte? Und dass es an der Zeit sein könnte, den Bürgern reinen Wein einzuschenken?

Die Antwort ist: leider Nein – eher war das Gegenteil der Fall.

Doch der Reihe nach: Den Anfang machte Quarks mit einer anschaulichen Darstellung der Folgen, die ein überregionaler oder landesweiter Stromausfall haben würde. Schon nach wenigen Tagen treten ernsthafte Versorgungsengpässe, wenig später versänke das Land im Chaos. So weit, so richtig – und so Besorgnis erregend.

Wer jetzt gespannt darauf wartete, ob Rangar Yogeshwar es vielleicht wagen würde, eine realistische Darstellung des Zustands des deutschen Stromnetzes und dessen Ursachen zu bringen sollte enttäuscht werden.

Ja, das Stromnetz sei anfällig, aber das läge nur an der zentralen Energieerzeugung durch wenige Großkraftwerke, die Energieübertragung durch (zu) wenige Hochspannungsleitungen und dem Umstand, dass Strom nicht dort erzeugt wird, wo er gebraucht wird . Nun kann man durchaus der Meinung sein, dass das deutsche Energieverteilungsnetz eine gewisse Modernisierung vertragen könnte. Auch ist die Forderung nach mehr Resilienz bspw. durch redundante Auslegung bei einem so überlebenswichtigen Gut wie elektrischer Energie sicher nicht abwegig.

Leider verschweigt uns Quarks aber, warum die Wahrscheinlichkeit für Netzausfälle in der Tat angestiegen. Dafür gibt es nämlich zwei einfache Gründe. Da ist zum einen die ständig zunehmende Zwangseinspeisung „erneuerbarer“ Energie. Diese führt aufgrund ihrer Volatilität zu Schwankungen im Netz, die durch konventionelle Backup-Kraftwerke zeitnah ausgeglichen muss. Zum anderen hat der nach Fukushima durchgepeitschte Ausstieg aus der Kernenergie zu zusätzlichen Belastungen der Netze geführt.

In der Welt des Rangar Yogeshwar wäre dies aber alles nicht grundsätzlich problematisch.  Alles Übel ließe sich abwenden, wenn wir nur wirklich ernsthaft die „Energiewende“ voranbrächten, bspw. das Land mit Sonarpaneelen und Windrädern vollstellen oder die Deutsche Bucht mit einer ausreichenden Menge Signalmasten (die mit den großen Rotoren) für die Vogelwelt versehen. Die entstehende dezentrale Erzeugungsinfrastruktur muss dann ja lediglich noch mit ein paar Tausend Kilometern Hochspannungstrassen verbunden und ausreichend Stromspeichern versehen werden – und fertig ist das Energie-Wunderland nach Quark(s)-Manier. Elfen, die Einhorn-Mist in Biogasanlagen schaufeln, inklusive.

Welche technischen, planerischen oder finanziellen Herausforderungen mit dieser Vision verbunden sind, thematisiert die Sendung leider nicht wirklich. Eine gelungene und auch für Laien nachvollziehbare Übersicht der absehbaren Probleme liefert Günter Keil hier: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_energiewende_ist_bereits_gescheitert/

Anscheinend ist auch der Quarks-Redaktion nicht gänzlich verborgen geblieben, dass vielleicht doch nicht alles ganz so einfach ist. Und so werden prophylaktisch schon mal die Schuldigen für zukünftige Probleme bei der Stromversorgung ausgemacht. Es sind – natürlich – die Energieversorger, die sich um ihrer Profite wegen einem Wandel zum Guten mit aller Macht entgegenstemmen. Der interessierte Beobachter darf sich also bei zukünftigen Netzausfällen auf lustige Verschwörungstheorien über deren Ursache freuen.

Gegen Ende der Sendung lernen wir noch das Smart Meter kennen, mit dessen Hilfe der Stromkunde seine Kosten optimieren könne, indem er Strom dann verbraucht, wenn er verfügbar und damit billiger ist. Umgekehrt zahlt mehr, wer in Zeiten knappen Angebots Strom nutzen möchte. Das hört sich zunächst gut an, bedeutet aber in der Praxis für den Durchschnittsbürger eher höhere Energiekosten. Welcher Arbeitnehmer-Mehrpersonenhaushalt ist schon in der Lage, im durchgetakteten Alltag auch noch die jeweils billigsten Zeitfenster für den notwendigen Betrieb elektrischer Geräte zu nutzen? Waschen nachts um drei im Mietshaus? Den Sonntagsbraten sicherheitshalber nur noch an windigen Wochenenden auf den Speiseplan setzen? Licht einschalten nur, wenn im Sommer mittags um 12 die Sonne gerade auf Solaranlagen knallt? Viel Vergügen.

Aber das ficht die Macher von Quarks nicht an: Vielmehr wird dem Zuschauer ausdrücklich mit auf den Weg gegeben, er habe nun einmal in der schönen neuen Energiewelt seine Nachfrage an das Angebot anzupassen. Nach dieser Logik müsste bei Klopapier-Mangel auch mal der Stuhlgang auf nächste Woche verschoben werden…

Sehr geehrter Herr Yogeshwar: wenn es ein untrügliches Zeichen für die prinzipielle Dysfunktionalität eines Versorgungssystems gibt, dann ist es der Umstand, dass es nicht in der Lage ist zu liefern, wenn Bedarf besteht! Solche Systeme konnten wir bis 1989 zwischen Elbe und Wladiwostok besichtigen. Sie haben sich nicht bewährt.

Deutschland braucht eine verlässliche und bezahlbare Stromversorgung – und keine gigantische Rube-Goldberg-Maschine.

Nachtrag: Die Ausstrahlung der Quarks-Sendung fiel in eine Woche, in welcher
der SPIEGEL eine vernichtende Bilanz der Solarstromförderung zieht.
laut DIHK 58 % der deutschen Unternehmen Stromausfälle befürchten und
der CEO des Siemens-Sektors Energy die Kosten alleine des Atomausstiegs bis 2030 auf 1,7 Billionen Euro veranschlagt.

Abgelegt unter Medien WDR Rangar Yogeshwar Energiepolitik Verbraucherverdummung

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Angewandte Mathematik im WDR2

Im heutigen Programm des WDR wurde ein Kölner Mathemtik-Professor eingeladen, der für Mathematik an sich warb und das mit einer Rechenaufgabe machte, um zu zeigen, wie alltagsnah, anwendbar und alltagstauglich erklärbar sie ist:

Eine Flasche und ein Korken kosten zusammen elf Euro. Die Flasche kostet zehn Euro mehr als der Korken. Wieviel kostet der Korken?

Das ist eine sehr beliebte Sachaufgabe in der Grundschule, um die Schüler ans Denken zu bekommen – aber auch, um sie darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist gründlich zu lesen. Sie neigen nämlich dazu, ganz schnell zu sagen, die Flasche koste 10 Euro, der Korken 1 Euro – was nicht sein kann, da die Flasche dann nur 9 Euro mehr kostet als der Korken. Dieses „mehr“ wird in die Überlegungen von vielen einfach nicht eingebracht. Denselben Fehler machten anscheinend eine ganze Reihe Hörer auch (die Mehrheit hatte das richtige Ergebnis).

Der Professor hatte nun eine Erklärung parat, die aber eigentlich dem widerspricht, was er vorher propagierte: Mathematik alltagstauglich angewandt. Zumindest seine Erklärung war immer noch reichlich formelhaft:

Wenn man sagt, der Korken ist sozusagen der Preis, den ich suche, dann könnte ich mir das so überlegen: Ich nehme den Korken und die Flasche kostet Korken plus 10 Euro. Und wenn ich das alles zusammenrechne, habe ich 10 Euro plus zweimal den Korken – das soll 11 Euro ergeben. Dann nehme ich an beiden Seiten 10 Euro weg, wenn man so will. Und dann haben wir zweimal den Korken und der muss einen Euro ergeben. Also dann bleibt übrig, dass der Korken 50 Cent kosten muss.

Das ist mir etwas viel Theorie. Frau Knispel als Moderatorin kam damit der alltagstauglichen, verständlichen Erklärung schon viel näher:

Die Flasche, wenn die 10 Euro mehr kostet, als der Korken, dann muss sie also 10 Euro plus den Korkenpreis kosten – und dann bleibt eigentlich nur übrig, dass der Korken 50 Cent kostet, weil die Flasche dann die 50 Cent, plus die 10 Euro kostet, also 10,50 Euro, plus 50 Cent – macht zusammen 11 Euro.

Das ist bis zum Gedankenstrich gut. Und dann fehlt die Erläuterung.

Die schönste Erklärung habe ich mal von einem Viertklässler bekommen:

Zuerst lege ich 10 Euro zur Flasche, weil die ja 10 Euro teurer ist. Dann habe ich noch einen Euro übrig. Den muss ich gleichmäßig auf Flasche und Korken verteilen, damit der Unterschied von 10 Euro erhalten bleibt. Also lege ich 50 Cent zur Flasche und 50 Cent zum Korken. Dann sehe ich mir an, wie viel Geld bei jedem Teil liegt und sehe: Die Flasche kostet 10,50€, der Korken kostet 50Cent.

Aber vielleicht ist das ja für akademisches Denken intellektuell zu tief; oder zu praktisch gedacht. Oder zu einfach, als dass man es dem Publikum so bringen sollte.

Für Mathe-Formelpuristen hat der WDR übrigens auch einen Lösungsweg über eine xy-Gleichung eingestellt:

Flasche    = x
Korken     = y  
 1)        x+y = 11
 2)            y = x-10         
 3) x+(x-10)= 11
 4)   x+x-10 = 11       
 5)     2x-10 = 11        
 6)          2x = 11+10     
 7)          2x = 21      
 8)           x = 21:2    
 9)           x = 10,5    
10)          y = 10,5-10     
11)          y = 0,5         
d.h.:  der Korken kostet 0,50€ und die Flasche kostet 10,50€

Abgelegt unter Medien WDR Mathematik